Jovan Balov u. Azimir Burzic, LebenLang, 21.4.-21-5.2018

Die Ausstellung „LebenLang“ haben wir als einen Dialog zweier Künstler, die sehr unterschiedliche künstlerische Handschrift und Technik haben und genauso äußerst verschiedene Entwicklung in der Kunstszene hinterlegt haben aber dabei einen gemeinsamen Nenner thematisch und biografisch mitbringen - in ihrem kulturellen Hintergrund (beide kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien) sowie mit ähnlichen Lebenswegen (die sich mit dem Verlust der Ur-Heimat nach 1991 und einem neuen existentiellen und künstlerischen Weg im Ausland eingeritzt haben). „LebenLang“ bietet in diesem Sinne die Kraft und Fülle der verschiedenen und doch universellen Lebenslinien an.

Jovan Balov ist eine schildernde Figur der Berliner Kunstszene, wo er sowohl als Künstler und als auch Kunst-Promoter mit dem Projekt-Raum „Prima-Center“ unermüdlich agiert.
Sein Werk ist sehr dem Biografischen gewidmet, mit dem Fokus auf  Eigenartigkeit, Transformations- und Entfaltungspotentiale des Menschen. Balov malt sehr realistisch und in der Farbigkeit bleibt er jedoch monochrom (schwarz-weiß oder sepia), so dass seine Bilder auf den ersten Blick einen Anschein von überdimensionalen Albumfotos wecken. 
In der Ausführung geht er bis in jede Lebenspore und bis zur  handwerklichen Perfektion hin. Seine großdimensionalen Porträts sind ein Markenzeichen seiner künstlerischen Auseinandersetzung – sie entstehen aus Balovs privaten, menschlichen sowie analytischen, anthropologische Studien und bringen sehr berührende, intime, dennoch nicht entblößte, sehr intensive und minuziös nachgespürte Lebensgeschichten in den Vordergrund, gleich ob es sich um Selbstporträt oder um Porträts von privaten und öffentlichen Personen handelt. 
Mit diesem Ansatz malt Balov auch Objekte wie Büsten bekannter historischer Figuren oder Fassaden-Engel aus Stein. In der Ausstellung zeigen wir ein Tableau mit vier Engeln, von denen zwei wie die Menschen-Porträts fotorealistisch gemalt sind und zwei grafisch in der Siebdruck-Optik mit kolorierten Quadraten ausgeführt sind. Balov wirft schließlich mit seinem künstlerischen Ansatz auch eine Frage auf, wie nahe und wie anders wirken das Manuelle, das Handwerkliche im Vergleich zu technischen Druck- und Foto-Möglichkeiten.  

Azimir Burzic hat seinen künstlerischen Weg etwas später, erst in Jahren seines Exils in Deutschland und Kanada, entdeckt und dann auch realisiert. Seit dem entwickelte er seinen neuen Lebensweg mit Fotografie und Malerei und stellte aktiv und sehr viel aus (Kanada, Mexiko, Süd-Amerika und Italien).
Die thematische Auseinandersetzung von Burzic ist sehr biografisch, oder um ihn zu zitieren: „Was mir in den letzten 60 Jahren passierte“. Seine Arbeiten haben eine sehr warme, manchmal glühende Farbigkeit, die eine emotionale Intensität ausstrahlen aber genauso auch dem Schicksal die Stirn bieten, das mit dem Verlust der Heimat und tragischen Folgen des Krieges in Bosnien gekennzeichnet ist.
Burzics Kompositionen haben sehr oft einen Ursprung in den fotografischen Aufnahmen, die er gemacht hat und dann malerisch ausgeweitet und entwickelt hat. Menschen sind Akteure seiner Werke, mit allen persönlichen, intimen und beziehungsprägenden Momenten. In diesem Sinne hat jede Arbeit von Burzic eine eigene Geschichte, eine erzählerische Zusammensetzung und doch noch eine allgemeine wiedererkennbare menschliche Symbolik und Narration.

VERNISSAGE: Sonnabend, den 21. April 2018, 19-22 h

Die Künstler werden anwesend sein.

Ausstellungsdauer: 21.4. – 21.5.2018

Öffnungszeiten: Mi-Fr: 12-19 h u. Di+Sa: 12-17 h

Sonderöffnungszeiten zum Gallery Weekend: Sa/So, 28./29. April: 12-19 h

Mehr Bilder unter: https://www.facebook.com/subjectobject.de/

Text: Ljiljana Vulin-Hinrichs

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